Zwischen Ohnmacht und Verantwortung - Was kann ich jetzt akut tun?
Wir erleben gerade eine Zeit, in der Gefühle explodieren.
Ohnmacht, Wut, Entsetzen, Traurigkeit, Angst,...
Doch die Frage ist nicht:
Was fühlen wir?
Sondern die Frage ist:
Was machen wir daraus?
Jetzt gehts um deinen Fokus und deine Aufmerksamkeit.
Jetzt ist die Zeit, in der du erkennen kannst, was du bisher gelernt und integriert hast und wo du noch einmal genauer hinsehen und vertiefen darfst.
Ohnmacht lähmt schnell.
Ohnmacht fühlt sich an, als ob alles um dich herum stillsteht.
Als würde alles viel zu groß sein. Und du hast keine Chance, dass du IRGENDETWAS tun könntest.
Aber jede kleine Handlung - ein Gespräch, eine Hilfe, ein Schritt - kann diese Starre brechen.
Vernetzt euch. Haltet euch. Erdet euch. Liebt euch. Triff eine kleine Entscheidung, die andere unterstützen kann, egal was es ist (konkrete Hilfe) und sage dir laut immer wieder: ICH BIN HIER.
Die Ohnmacht schrumpft, wenn du wieder ins Handeln kommst.
Hilflosigkeit schreit laut.
Die Fürsorge für einander spricht leise und ist essenziell.
Hilflosigkeit will eine sofortige, schnelle Lösungen.
Doch die Fürsorge fragt: “Was brauchst du gerade?” Und bleibt sitzen, auch wenn es unbequem ist.
Drossle die Geschwindigkeit und fühle deine innere Strategie, damit du spüren kannst, was nun tatsächlich der nächste Schritt ist. Ich weiß, dass man gern das GROßE anders haben möchte, aber alles beginnt mit dem ersten Schritt.
Hilflosigkeit wird für dich leichter, wenn um dich herum Nähe entsteht. Nicht durchirgendwelche Antworten, sondern durchs präsente Dasein.
Ekel stößt weg.
Ekel ist wie ein innerer Alarm.
Er sagt: “Hier wird etwas Heiliges verletzt und ich kann es nicht ertragen, hinzusehen.”
Der Blickwinkel aus der Würde übersetzt diesen Alarm in eine Grenze. Es geht hier nicht um blindes Wegsehen oder Lähmung, sondern diese Würde sagt uns:
“Bis hier hin und nicht weiter.”
Sprich Grenzen aus. Glaube Betroffenen. Kreiere Schutzräume. Kläre auf.
Frage dich: Wo kann ich aktiv Grenzen stärken? Denn DAS darf nicht normal sein.
Entsetzen friert ein.
Dein Nervensystem ist im Freeze.
Dein Körper sagt: ich kann es nicht halten.
Dein Herz sagt: es schmerzt zutiefst.
Dein Kopf sagt:unvorstellbar - es ist zu viel auf einmal.
Doch der Mut taut dich auf.
Entsetzt zu sein, macht dich starr.
Mut muss oft nichts Großes sein.
Mut ist
trotzdem zu sprechen,
trotzdem hinzuschauen,
trotzdem zu handeln.
Doch dafür darfst du in deiner Mitte sein. Kümmere dich um dich und dein Nervensystem, denn dein Körper ist nicht dafür gemacht, diese Last aushalten zu müssen.
Entsetzen blockiert. Bewegung löst.
Atme. Bewege. Sprich aus. Handle.
Traurigkeit zieht dich nach unten.
Mitgefühl hebt andere hoch und dich schlussendlich auch.
Traurigkeit kann dich unfassbar schwer machen. Doch Mitgefühl verbindet. Wenn du jemanden hältst, hält auch dich etwas zurück.
Wenn die Traurigkeit präsent ist, versuch sie nicht zu unterdrücken oder weghaben zu wollen.
Gib ihr Raum, verbinde dich mit anderen, sprecht darüber, schreib sie auf, setzt euch zusammen, geh nach draußen, übe dich im Hier und Jetzt und wo du dich präsent befindest, erde dich in der Natur.
Traurigkeit wird leichter, wenn du sie nicht allein (aus)halten musst
Verzweiflung sagt: nichts hat mehr Sinn.
Doch die Verantwortung sagt: Wir fangen jetzt genau hier an.
Die Verzweiflung wird den Fokus immer auf das Ende richten. Doch die Verantwortung sucht den Anfang. Es muss nicht komplett ausgeklügelt sein, nicht schnell, nicht groß. Es darf jetzt beginnen, mit jedem kleinen Schritt.
Übernimm Verantwortung für dich selbst: du bist informiert okay, versinke nicht in dieser Dunkelheit, kümmere dich um dich. Kümmere dich um deinen Space zu Hause. Mach ihn für dich zu einem Wohlfühlort. Geh dann den nächsten Step. Kläre auf, unterstütze Organisationen. Step by Step.
Das hat Bestand und nährt die Stabilität.
Schock hält den Atem an.
Der Schock löst eine unglaubliche Enge in dir aus. Er ist nicht laut, sondern eine innere Abschaltung, weil er dich aus dem System herausnehmen will, wenn es zu viel wird.
Präsenz ist zu bleiben, zu atmen und da zu sein. Komm in deinen Körper zurück. Füße fest auf den Boden. Kaltes Wasser ins Gesicht. Nimm den Schnee oder Eiswürfel in die Hände. Zähle laut, benenne 5 Dinge, die du siehst, 4 die du hörst, 3 die du fühlen kannst, 2 was du riechst und 1 was du schmeckst. Aktiviere deine Sinne.
Ich bin hier. Ich bin sicher genug, um wieder zu fühlen. Präsenz im Hier und Jetzt und in deinem Körper ist das A&O.
Angst macht klein.
Die Angst zieht sich in deinem Inneren zusammen oder lässt dich emotionale, unüberlegte Entscheidungen treffen, die am Ende mehr kaputt machen, als dass sie helfen. Es ist ein typisches Reaktionsmuster, was wir im Human Design erkennen.
Konsumiere nicht weiter. Du kennst den Stand der Dinge, warum solltest du wie besessen die Angst in dir weiter nähren?
Es geht hier nicht um mutig zu sein, sondern um dir den Raum zurück zu holen. Vergrößere bewusst deinen Raum, atme langsamer aus als ein. Öffne deine Schultern, hebe deinen Blick, steh auf, verbinde dich.
Angst schrumpft, wenn dein Körper merkt: Ich bin nicht eingesperrt, sondern ich kann handeln.
Wut will zerstören.
Wut ist Feuer. Es verbrennt. Sie ist grundsätzlich nicht falsch, aber es ist zu viel Energie ohne Richtung.
Liebe ist Struktur und Halt.
Sie baut etwas, was stehen bleibt.
Unterdrücke oder explodiere nicht aus Wut, sondern nutze sie weise.
Du darfst deine Wut in Bewegung bringen: Sport, Hände drücken, laut atmen, schreiben statt sprechen, kaltes Wasser.
Wut braucht einen Ausgang, ansonsten sucht sie sich unbewusst ein Ziel. Wenn sie fließen darf, wird sie kleiner und mit dieser Energie kannst du enorm viel bewegen.
Aus Feuer wird Richtung.
Dunkelheit schreit.
Die Dunkelheit ist laut. Sie ist kein einzelnes Gefühl, sondern eher ein Moment, in dem alles schwer wird und nichts mehr leuchten kann.
Das Licht müssen wir nun nicht erzwingen, sondern wir dürfen einen kleinen Lichtpunkt setzen. Nicht die ganze Sonne, sondern nur einen Punkt.
Zünde eine Kerze an. Lieblingsmusik. Schenke jemanden bewusst Liebe, warmes Wasser, Herzverbindung, räume auf, schaffe Klarheit. Sende Liebe und Licht in die Welt.
Die Dunkelheit wird nicht auf einmal verschwinden. Doch das Licht wird nach und nach die Erde heller machen.
Der Lichtpunkt reicht, um deine Orientierung zurückzubringen. Fokus auf das Licht.

